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Bilder & Notizen 2014


Einfach ablegen

 

Notiz, 26. Dezember

Auf den Wind,

der die Blätter einfach ablegt

ohne zu fragen.

Wie das Jahr die Tage.

*


Tatsächlich Wintersonne

 

Notiz, 19. Dezember

Regentropfen an leeren Zweigen,

bündeln das Licht der Sonne,

die über dem Wendekreis schon fast im Zenit steht.


*


 Für ein paar Stunden

 

Notiz, 12. Dezember

Die vermoderten Blätter unter der Hecke

tragen Kronen aus feinen Eiskristallen,

für ein paar Stunden nur,

aber fast jeden Tag aufs Neue.

*


In Winters Warteraum

 

Notiz, 6. Dezember

Wie in einem vollen Wartesaal

warten hinter der Kirchmauer

nasser Schnee, altes Laub und blasse Sonne

auf den Winter, der sich noch ziert.

*


Abgeräumt

Notiz, 28. November

Der Wind hat sein Werk fast vollendet.

Was jetzt noch an Blättern

in den trockenen Zweigen hängt,

sind Farbtupfer in der  kahlen Welt.

*


Gedämpft

 

Notiz, 21. November

Über Nacht ist eine Wolke

in den übermütigen Wald gefallen,

hat sich auf die Farben gelegt

und wie eine Decke auf den Straßenlärm.


*

Von der Last der Monate

 

Notiz, 14. November

Mit dem Herbst treibt das  Jahr auswärts;

die Bäume haben die Last der Monate

abgelegt und dem  Wasser anvertraut.

*

Farbenschwer

 

Notiz, 7. November

Voller Farbe stützt der Pfirsichbaum

seine Äste  auf die graue Gartenmauer.

Sonnentage, gespeichert in den Blättern

bis die nächste Kaltfront kommt.

*


Noch eine Zeit lang . . .

 

Notiz, 31. Oktober

Ganz vorne beim Gatter,

wo die Schatten länger löchrig bleiben,

wärmt die Nachmittagsonne

noch eine Zeit lang das Fell.

*


Was kommen mag

 

Notiz, 24. Oktober

Noch unverbrauchtes Tageslicht

 zwischen den hohen Fichtenstämmen,

  hell und weiß, ein offenes Heft

mit unbeschriebenen Seiten.

*


Mit Rilke im Zoo

 

Notiz, 17. Oktober

Es gibt kaum noch Gitterstäbe,

trotzdem ist der Blick  immer noch müde

und auch hinter dem beschlagenen Plexiglas

immer noch keine Welt . . . 

*


Tages Abgang

 

Notiz, 10. Oktober

Die Dämmerung fällt wie ein Vorhang,

die Sonne verneigt sich,

und wenn gerade kein Auto über die Straße fährt,

hört man das Schilf applaudieren.

*


Lichtfleck

 

Notiz, 3. Oktober

Oktober ist’s geworden

und der Sonnenfleck am Ufer

ein guter Platz,

um Licht zu tanken und Wärme.

*


Das Ende der Saison

 

Notiz, 26. September

Die Geranien im Topf vor dem Hoteleingang

leuchten durch den Nebel

wie die Rücklichter der Autos,

die wieder talauswärts fahren.

*


Spiegelbilder

 

Notiz, 19. September

Das Sonnenlicht am Morgen

als Spiegelbild im Teich,

ein vergilbtes Foto,

ein Andenken an hellere Tage.

*


Nachglühen

 

Notiz, 12. September

Die blinkenden Lichter sind weitergezogen,

tiefer hinein in die Nacht.

In den hohen Wasserdampfwolken

verglühen die Reste des Tages.

*


Tagaus

Notiz, 5. September

Der Tag geht auswärts, die Arbeit ist getan.

Der Duft von geschnittenem Gras und Abgasen

 hängt noch in den feuchten Schatten,

die der Abend bringt.

*


Doch noch . . .

 

Notiz, 29. August

Vom Wind an die Hänge gedrückt

die Reste der zerrissenen Wolkendecke.

Eine Flut von Licht fließt

in den nun doch noch glänzenden Nachmittag.


*

Entzaubert

 

Notiz, 22. August

Ein neuer Tag, ein Augenblick geheimnisvoller Feierlichkeit;

ein sauberer Schnitt in den grau-blauen Himmel

und ein unbestimmtes Grollen in der Ferne

als Zeichen der Alltäglichkeit.


*

Ein Aufleuchten

 

Notiz, 15. August

Zwischen zwei Regenfronten

badet die Sonne ihr Licht in den kleinen Tropfen

und zeigt, dass sie noch leuchten kann.

*


Noch ein Blick

 

Notiz, 8. August

Vielsprachige Stimmen,

der Himmel leicht und voller Farben;

mit den Füßen im Sand,

 den Kopf aber schon wieder auf der Autobahn.


*


Farbe für die Welt

Notiz, 1. August 2014

Farblose Tropfen aus dunkelgrauen Wolken

klopfen kreisrunde Muster ins Wasser.

Das Schilf am Ufer bemüht sich,

 Farbe in die Welt zubringen.

*

 Wozu die Eile?

 

Notiz, 25. Juli

 Auf der Autobahn rauscht's noch südwärts,

 die Leute reden  noch vom Sommer.

 Aber einzelne Akazienblätter geben sich

voller Ungeduld schon  herbstlich.


*


Hochsaison

Notiz, 18. Juli

Almgaudi und Mountain-Highlight . . .

vorher aber noch

einen kurzen Augenblick lang

in tiefen Zügen die ungewohnte Stille atmen.

*

Ein Strahl Trost

Notiz, 11. Juli 

Der Sturm hat letzte Nacht

Löcher ins Blätterdach gerissen,

nun fällt warmes Licht

versöhnlich auf verschrecktes Laub.

*


Kraft genug

Notiz, 4. Juli

Mitten im Jahr noch Kraft genug,

um aus dunklen Stämmen

Blätter ins Licht zu treiben.

*


 

Sommerhell

 

Notiz, 27. Juni

Licht im Überfluss in diesen Tagen

und Farben, und alles scheint leicht

wie die flimmernde Luft über dem heißen Asphalt.


*


 

Ein Stück Weg

Notiz, 20. Juni

Mit dem  Licht geht der Tag,

das Rad hat sich  weitergedreht,

und wieder liegt ein Stück Weg hinter mir. 

 

*


Erkenntnisse

Notiz, 13. Juni

Klein ist die Welt,

groß ist die Welt,

und hinter dem Horizont

geht's weiter. . . 

*


Mit dem Wind

Notiz, 6. Juni 

Den Regen zum Wachsen,

die Sonne zum Reifen,

für die Reise den Wind . . .

den Regen . . . 

*


 

Zwischenstopp

Notiz, 30. Mai

Wassertropfen aus der durchziehenden Kaltfront

unterbrechen an jungen Ahornblättern

wie für eine kurze Rast den Kreislauf.


*


Der Tag

Notiz, 23. Mai

Tausend Sonnen im Wiesenuniversum

heben ihre Blütenköpfe,

wenn er hell aus dem dampfenden Wald tritt. 

*


Sonnenbad

Notiz, 16. Mai

Mit den Wurzeln in der Erde,

über die Hausmauer hinauf bis zum Giebel.

Und dann Wärme und Licht im Überfluss für die dünnen Blüten. Endlich.

*


Sonnenflecken


Notiz, 9. Mai

Finsteres Gewölk, ein unentschlossener Himmel.

Sonnenlicht auf apere Flecken.

Der Frühling hat den Aufstieg zur Waldgrenze gewagt.


*


Grün


Notiz, 2. Mai

Unter mir, neben mir über mir.

Und die Hänge hinauf,  jeden Tag ein Stück höher.

Das Grün in all seinen Farben.

*

 

Von kleinen Wundern

 

Notiz, 25. April

 Im bleichen Schotter war doch ein Platz,

zum Keimen, zum Wachsen und sogar zum Blühen.

Ich staune.

*


 

 

Gegensätzliches

Notiz, 18. April 2014

Wie selbstverständlich  legt der  Kirschbaum am Wegrand

 einen  blühenden  Zweig auf den rostigen Stacheldraht. 

Passend für unsere Zeit der Widersprüche.

*



Laudes

Notiz, 11. April 2014

Baum an Baum in schnurgeraden Reihen,

Millionen Blüten zwischen Stahldrähten und Betonsäulen, dem Licht zugewandt.

*



Besser warten . . . 

Notiz, 4. April 

Feine Tage, mild und voll Licht. 

Kann man dem Versprechen trauen? Oder doch besser warten . . .

bis die Eisheiligen gegangen sind.

*

Frühlings Farbpalette


Notiz, 28. März

Endlich kehren die Farben in den Wald zurück und steigen langsam die Hänge hinauf. 

In feinen Pastelltönen liegen sie, wie frisch aufgetragen, zum Trocknen in der Morgensonne.  

*

Vertraulichkeiten

Notiz, 21. März

Es ist wahr und kein Gerücht. Gestern, Donnerstag, hat der Frühling angefangen.

Weitersagen . . .

*

Scheiden tut weh . . . 

14. März

Weiter oben, im Schatten  der tropfenden Felswand,

klammert sich  der Winter für ein paar Stunden mit eisigen Fingern an Blätter und Zweige.

Scheiden tut weh . . . 

*


Märzensonne

Notiz,  7. März

Die warmen Strahlen sind wie ein Zeichen.

Bis tief in den blätterbedeckten Waldboden hinein ist es zu spüren,

auch wenn sich die Schatten schützend auf die letzten Schneereste legen.

*


Im Wind

Notiz, 28. Februar

Mit einem Mal ist er da, der Wind.

Er bläst über die Jöcher, treibt Schneefahnen über die Grate, fährt den Lärchen in die dürren Äste.

Er fegt den Himmel leer, verweht Spuren und legt neue.

*

Einfach finden

Notiz, 21. Februar

„. . . und nichts zu suchen, dass war mein Sinn.“

Aber dann waren da auf einmal, undeutlich, wie durch eine beschlagene Fensterscheibe gesehen,

schüchterne blaue Tupfer im durchnässten Erdreich.

*

Sonnenanbeter


Notiz, 14. Februar

Aus dem Schattenstreifen, den der Berg quer über das winterliche Feld legt, greift ein Baum ins Licht.

Mit erhobenen Ästen, wie zum Gebet.

*


Farblos

Notiz, 7. Februar

Graue Wolken, weiße Nebel und aufgeweichter Schnee: Die Welt wirkt blass.

Über der Autobahn im Tal liegt eintöniges Rauschen und ein  Schleier aus schmutzigem Wasserstaub;

aber  aus dem Wald hinter mir sind  schon ungeduldige Vogelstimmen zu hören.

*


Wieder eine Handvoll

 

Notiz, 31. Jänner 2014

 

Über Nacht hat der Winter wieder eine Handvoll nassen Schnee bis ins Tal geworfen.

Nebel und das frische Weiß legen ein geheimnisvoll unwirkliches Licht über das Wäldchen neben der Straße,

 während sich hinter den Leitschienen die Fahrzeuge mühsam durch den schmutzigen Matsch quälen.

*



Wintersonne

Notiz, 24. Jänner

Kostbar und selten sind die Sonnenstunden um diese Jahreszeit noch. 

Wenn die Wintersonne nach ein paar dunkelgrauen Tagen dann wieder über den Horizont steigt, stellt man mit Staunen fest,

dass  sich der Bogen ihrer Bahn wieder ein kleines Stück weiter spannt.

*


Lichtwärts

Notiz, 17. Jänner 2014

 

Es klar auf, der dunkle, schwere Himmel wird löchrig.

Wie kurz zuvor noch  der Schnee, so fällt jetzt Licht auf die Wälder.

Die Nebel steigen aus den Tälern, voller Eile, als hätten sie sich bis jetzt darin versteckt.

*


Rastplatz

Notiz, 10. Jänner

Aus den hellgrauen Wolken, die verschleierten Hänge entlang, sind sich ein paar Flocken bis in unseren Garten gefallen.

Sie legen sich ins Gras oder finden einen Platz auf längst abgestorbenen Blättern an saftlosen Ästen.

*


Unverbraucht

Notiz, 3. Jänner

Noch unverbraucht wie ein Wintermorgen ist das Jahr.

Das Licht der Sonne und der Schneepflug unten auf der Straße haben den Wald geweckt.

Die Bäume strecken sich und schütteln die Schneelast von ihren Ästen. 

*

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Erich Rainer, Neumarkt - [email protected]

 

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